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21/01/2003: 17.1. bis 20.1.2003 - My desert, my camel and me

geschrieben von Carolin
Um 7.30 ging's mit einem Jeep in die Wueste, nach einer Stunde sind wir auf Kamele umgestiegen.

Mein Kamel heisst Johnny und es ist sehr gross. Jedes Mal wenn Johnny sich aufrichtet fliege ich fast runter. Aber was soll's - immerhin ist Johnny nicht so haesslich wie das alte Armee-Kamel mit der haengenden Lippe. Die Wueste war am ersten Tag noch sehr interessant: Wir haben des oefteren Gazellen und wilde Kamele gesehen, die Landschaft war toll und erstaunlich gruen, es wuchsen recht viele Buesche. Unter einem Baum haben wir dann Siesta gehalten und Lunch gegessen. Und die Gruppe hat aus einem Dorf eine Ziege gekauft und geschlachtet. Das schien irgendwie zu deren Vorstellung von Wuesten-Abenteuer zu passen. Ich fand das ziemlich ekelhaft und ueberfluessig, aber ich habe mir das Schlachten natuerlich angeguckt und bin nicht wie die anderen Maedels in die Duenen gefluechtet. Harhar. Es war sehr viel weniger blutig als ich erwartet haette. Aber - ARME ZIEGE.
Naja, abends haben sie die Ziege dann verspeist und ich hoffe Bauchschmerzen bekommen.
Wir haben einen sehr schoenen Sonnenuntergang in den Sandduenen gesehen und abends am Lagerfeuer gesessen (vorher Holzsammeln). Geschlafen wurde auch unter freiem HImmel und das bei Vollmond--es war blendend hell!
Am Morgen sind dann die vier Englaender aus der Gruppe in eine andere Richtung weitergeritten als ich, denn ich habe Tom und Dave getroffen. Bis dahin waren es ein paar Stunden nur my desert, my camel and me. Ich habe unterwegs jede Menge Wuesten-Stereotypen gesehen. Kamelskelette, Kuhskelette etc, das war auch mal interessant.
Heute hatte ich auch Spass mit Johnny, denn der gute ist ein Rodeo-Kamel. Der ist voll ausgetickt und ich hatte noch nichtmals die ZUegel in der Hand, weil ja normalerweise nicht so viel zu steuern ist bei diesen Viechern. Ich waere also echt fast runtergefallen. Seit diesem Erlebnis hatte ich also Angst vor Johnny.
MIt Tom und Dave ging's am Nachmittag weiter zu einer anderen Sandduene, es war wieder sehr nett.
Am naechsten Tag sind wir zur Abwechslung mal durch die Wueste geritten...das war schon recht langweilig :-). Wir haben ein paar Doerfer besucht. Ich koennte da nicht leben, das war schlimmer als NEbraska. Und Sati-Tempel haben wir auch gesehen. (Sati= Ehefrau schmeisst sich auf den Scheiterhaufen des toten Mannes, um auch zu sterben).
NAchts wieder in den Duenen geschlafen...
Am naechsten Tag wieder durch die Wueste geritten...diesmal auch galoppiert und das wird nach einer Weile sehr schmerzhaft. Im Grunde hatten sich die Beine aber nach vier Tagen auf den Kamelen schon sehr gut an die SItuation gewoehnt und es tat nicht mehr so weh wie am Anfang...
Abends wurden wir dann von einem Jeep aufgesammelt, haben unseren Kamelen NICHT Tschuess gesagt (die Viecher STINKEN), Tom musste aufhoeren mit ein paar Kids Cricket zu spielen, und wir sind zurueck nach Jaisalmer gefahren.
Dort haben wir dann nach nur einer Stunde ein sehr nettes Hotel im Fort gefunden und dank Toms suedamerikanischer Verhandlungskuenste haben wir superschoene Zimmer mit Ausblick und Heisswasserdusche fuer 60 Rupien!!!!!!!

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